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Scrooba385.jpg
Der Scooba 385 ist kein Staubsaugerroboter, sondern ein Bodenwischroboter, der glatte Böden feucht reinigt. Das Gerät stammt wie der bekannte Staubsaugerroboter Roomba von der Firma iRobot, was am Design unschwer erkennbar ist. Bodenwischroboter der Scooba Serie kamen vor Jahren auf den amerikanischen Markt, beispielsweise: Scooba 5900, Scooba 5800 (neuer als der Scooba 5900), Scooba 350 und Scooba 380. In Europa wurde Scooba in der europäischen Version Scooba 385 erstmals Ende Oktober bzw. Anfang November 2008 ausgeliefert.

Dank eines Testgerätes konnte ich mich von den Möglichkeiten des Gerätes überzeugen und kann hier einige Details berichten.

Der Scooba wurde laut Werbeaussagen speziell für Hartböden, wie Platten, Fliesen, versiegelte Hartböden oder Linoleum konzipiert. Also Böden, bei denen eine feuchte Reinigung vorteilhaft ist.


Design ähnlich der Roomba-Serie

Auf den ersten Blick ähnelt der Scooba den Roomba-Modellen (z.B Roomba 560). Schaut man genauer hin, so bezieht sich diese Ähnlichkeit aber nur auf das äußere Design, Maße und die bekannte Sensor-Stoßstange. Das Reinigungsprinzip ist aber ein völlig anderes. Auch die Federung und Ausführung der Radhalterungen sind weniger komplex als bei den Staubsaugermodellen. Ist ja auch klar, der Roboter ist ausschließlich für glatte Böden konzipiert. Teppichkanten und ähnliche Problemstellen muss dieser nicht überwinden, sondern nur umfahren. Somit konnte er sehr tief gelegt werden.

Das Arbeitsprinzip klingt gut durchdacht: Zunächst nimmt Scooba groben Schmutz, Sand und Krümel auf. Danach macht sich der kleine Roboter ans Feuchtwischen. Die Reinigung erfolgt durch eine sehr effiziente Bürste zum Schrubben von glatten Bodenoberflächen. Mit einer Tankfüllung Leitungswasser, einer Wasser-Essig-Mischung oder der speziellen Scooba Reinigungslösung reinigt der Scooba eine Fläche von ca. 40 m². Anschließend entsorgt man das Schmutzwasser und spült Filter und Bürste aus.


Der Scooba verwendet ein leistungsstarkes, 4stufiges Reinigungssystem:


1. Saugen: Aufnahme von Staub und Schmutz

2. Waschen: der Scooba verwendet immer eine saubere Reinigungslösung

3. Schrubben: eine leistungsstarke Bürste entfernt Schmutz und Flecken

4. Trocknen: ein Gummiwischer entfernt das Wasser vom Boden


Scooba funktion.jpg


Scrooba385unten.jpg


Klappt man den Scooba auf, so erkennt man, dass fast der komplette obere Teil des Scooba aus zwei Tanks besteht. Ein Tank, in den die Reinigungsflüssigkeit und Wasser (warmes Wasser wird empfohlen) kommt und ein Tank, in den später der Roboter selbstständig das Schmutzwasser vom Boden aufsaugt. Der obere Teil kann daher nicht nur hochgeklappt, sondern auch ganz abgenommen werden, was die Handhabung vereinfacht.


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Daten

Technische Daten des Scooba 385

  • Breite: 33,7cm
  • Höhe: 9 cm
  • Gewicht: 4.4 kg (Akku inklusive)
  • Akkukapazität: ca. 80 m2 Reinigungsfläche mit einer Akkuladung
  • Reinigungszeit: ca. 45 Minuten
  • Tank für Wasser mit Reinigungsmittel
  • Tank für Schmutzwasser
  • Schmutzsieb

Lieferumfang

  • 1 Scooba 385 Nass-Trocken-Reiniger
  • 1 virtuelle Wand (benötigt 2 D Batterien, sind nicht enthalten)
  • 1 Netzteil (3 Stunden Aufladezeit)
  • 1 Akku
  • 1 Reinigungswerkzeug
  • 1 Reinigungslösung
  • 1 Messbecher
  • mehrsprachige Bedienungsanleitung

Scrooba385lieferumfang.jpg

Internes:

Der Scooba ist recht modular aufgebaut. Im Falle von Defekten erleichtert das die Reperatur. Hier einige Bilder der Komponenten

Hauptplatine

MotherboardScooba.jpg

Pumpe

PumpeScooba.jpg.jpg wer kann mir bitte sagen wo ich diese pumpe bekomme

Saugvorrichtung

VacuumScooba.jpg

Bürstenmotor mit Getriebe

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Radmotor mit Getriebe

RadmotorScooba.jpg

Gefedertes Vorderrad

VorderradScooba.jpg


Lautsprecher

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Bürsteneinsatz

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Akku

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Erste Erfahrungswerte

Im Test zeigte sich, dass der Scooba durchaus sehr gut durchdacht ist. Einfach mit Wasser und etwas Reinigungsflüssigkeit auffüllen und Knopf betätigen. Und schon huscht der Roboter in üblicher Weise durch das Zimmer. Dabei versucht er erst durch Kreisbewegungen eine möglichst große Fläche ohne Lücken zu reinigen und fährt beim Anstossen an Wände oder Tischbeine um die Hindernisse herum bzw. an den Kanten entlang. Dabei hinterläßt er einen recht gleichmäßig befeuchteten Boden, das Wasser ist deutlich erkennbar. Erst später, wenn alles befeuchtet ist und die Reinigung abgeschlossen ist, nimmt er das Wasser durch Gummischieber und saugen wieder auf, so dass der Boden nach dem Reinigungsvorgang wieder trocken ist. Ist auch das abgeschlossen, bleibt der Roboter stehen und wartet auf sein "Herrchen". Dieser muss dann den Roboter aufklappen und das Schmutzwasser ablassen und ausspülen. Zudem ist noch ein Filter zu reinigen, welcher den sehr groben Schmutz, den vorwiegend die Bürste aufgekehrt hat, beinhaltet (siehe Bild).

Scooba filter.jpg

Im Test klappte das Ganze sehr gut, der nur leicht verschmutzte Boden wurde gut und scheinbar auch vollständig gereinigt. Ein kleines Video findet ihr unten verlinkt (ein weiteres Video in besserer Qualität folgt). Lediglich einige kleine Stellen am Boden waren noch etwas feucht. Etwas bedenklich macht mich diese Restfeuchte jedoch bei empfindlichen Laminat-Böden. Sollte das oft vorkommen, könnte das nicht gut versiegelten Böden eventuell schaden. Bei Hartböden wie Fliesen, Linoleum, PVC aber auch Parkett etc. dürfte das jedoch unbedenklich sein, da die Restfeuchte ja auch recht schnell verdunstet. Das Arbeitsgeräusch des Scooba erinnert an das des Roomba, die Motorgeräusche sind nicht zu überhören, aber nicht unbedingt unangenehm. Aber da man sich beim Reinigen sowieso nicht im gleichen Zimmer aufhalten sollte, ist dies unbedeutend. Obwohl während der Testphase ein Tisch und durchaus einige andere Hindernisse im Zimmer verblieben, navigierte der Roboter perfekt um diese herum, von Verharkungen keine Spur.

Auch der Wartungsaufwand des Gerätes hielt sich in Grenzen. Der Filter als auch ein Gummiröhrchen waren schnell unter dem Wasserhahn durchgespült und wieder eingesetzt. Auch die Reinigungsbürste kann sehr schön per Knopfdruck aus dem Gerät gezogen und gereinigt werden, vorbildlich (siehe Bild)!

Scooba buerste.jpg

Der Roboter konnte somit wieder schnell an das Ladegerät angeschlossen werden und stand 3 Stunden später wieder bereit für seinen nächsten Dienst. Auf eine automatisch anfahrbare Ladestation wurde beim Scooba verzichtet. Da er ohne Eingreifen seines "Herrchens" aber ohnehin nicht wieder starten kann (das muss nämlich das Schmutzwasser entleeren und frische Reinigungslösung einfüllen) ist dies eh nicht so sinnvoll (im Gegensatz bspw. zum Roomba).

Für nur leicht verschmutzte, glatte Böden, insbesondere in etwas größeren Zimmern, ist der Roboter also durchaus eine hilfreiche Sache. Etwas schwieriger wird es mit sehr grob verschmutzen Böden. Da der Filter für den Grobschmutz ja doch sehr klein ist, ist schon dadurch eine Begrenzung der Möglichkeit erreicht. Ich habe es zwar nicht ausprobiert, aber eine halbe Tüte Kartoffelchips wird er keinesfalls bewältigen. Er würde vermutlich die Chips wild im Zimmer verteilen. Seine Staubsaugerbrüder wie der Roomba dagegen würden diese dagegen bewältigen. Also in einem solchen Fall vorher lieber grob durchkehren oder den Bruder Roomba ran lassen! Auch kleine Zimmer oder Zimmer, die mit Möbeln zugestellt sind, bieten dem Scooba keinen optimalen Arbeitsbereich. Eine Nassreinigung macht nur Sinn, wenn zumindest größere Flächen erreichbar sind. Aber das ist ja beim Handwischen auch nicht anders, die Stühle müssen da schon raus, damit es Sinn macht. Ein kleines Manko des Scooba ist dessen Öffnungstaste. Diese muss zuerst runtergedrückt und dann nach oben gezogen werden, soweit zumindest theoretisch. In der Praxis harkte das öfters mal, was sicherlich auf Dauer etwas ärgerlich ist. Es ist unverständlich, dass bei einem so gut durchdachtem Gerät eine so banale Sache nicht besser gelöst wurde.

Testfazit

Bislang habe ich den Scooba nur kurz angetestet und kann deshalb nur ein erstes Kurzfazit verfassen, ich werde das nach einigen Monaten duch Langzeiterfahrungen ergänzen. Das Kurzfazit ist, dass das Gerät wirklich das macht, was es soll. Grober Schmutz mit größeren Schmutzteilen sind allerdings nicht dessen Stärke, dann lieber vorher kehren. Da der Scooba mit ca. 430 Euro nicht gerade billig ist, bin ich etwas skeptisch, ob die Hausfrau in einer normalen bis kleineren Wohnung davon überzeugt werden kann. Für den technisch begeisterten Hausmann gibt es aber in jedem Fall wieder was Interessantes für den Wunschzettel.

Laminat Test

Inzwischen hatte ich auch die Möglichkeit, Scooba auf Laminat auszutesten. Damit er es etwas schwieriger hatte habe ich den Boden mit Kakao verunreinigt. Das Ganze habe ich auf unterem Video-Link festgehalten. Wie man sieht, hat er die Reinigung gut bewältigt. Man erkennt aber im Video auch noch die Schwachstelle mit niedrigen Teppichkanten: hier bleibt er oft hängen. Der Boden wird eigentlich wieder recht gut trocken. Lediglich an den Stellen, wo er hängenbleibt, hinterläßt er kleine Wasserpfützen.

Autor/en

  • Frank

Siehe auch

Weblinks